Da ich es auch hier im Forum schon wieder falsch gelesen habe, und da diesbezüglich bei vielen Leuten immernoch viele Unklarheiten gibt, möchte ich mal grundlegend über selbstlimitierende Heinzbänder aufklären:
Selbstlimitierend bedeutet, dass das Heizband in der Lage ist, an jeder Stelle des Bandes, seine Heizleistung in Abhängigkeit der Umgebungstemperatur anzupassen. Praktisch bedeutet das also, dass ein solches Heizband seine Heizleistung automatisch reguliert. Wird es kalt, steigt die Heizleistung an, wird es wieder wärmer, sinkt auch die Heizleistung wieder ab. Dieser Effekt erfolgt an jedem Teil des Bandes unabhängig voneinander. Das bedeutet also, dass das Band im Kronenbereich z.B. stärker heizen kann als unten in Bodennähe oder auch umgekehrt. Je nachdem wie die Temperaturverteilung im Schutz vorliegt. Die Temperatur im Schutz kann also sehr gleichmäßig gehalten werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Oberflächentemperatur bei geeigneten Bändern so praktisch nie über ca.40 Grad ansteigt. Die Heiztemperatur bleibt also immer in einem gut verträglichen Bereich. Es kann also nie zu Verbrennungen an Pflanzenteilen kommen. Darüber hinaus ist dies auch ein wichtiger Sicherheitsaspekt, der eine Beschädigung durch Überhitzung praktisch unmöglich macht. Das Band kann also nie Überhitzen oder schmelzen, wie es bei Lichterschläuchen oder anderen Kabeln vorkommt.
Ein normales Heizkabel oder auch ein Lichterschlauch wird an der Oberfläche z.T. sehr heiß. Nur die kühle Umgebungsluft kühlt die Kabeloberfläche und verhindert eine Überhitzung. Wenn die Hitze nicht abgeführt werden kann, also wenn das Heizkabel irgendwo anliegt oder sogar aneinander anliegt kann es zur Überhitzung und zum Schmelzen des Kabels oder anliegenden Teilen kommen, oder im schlimmsten Fall sogar zum Brand. Ein Lichterschlauch hat zudem keinen innenliegenden Schutzleiter. Im Fehlerfall schaltet also auch nicht der hauseigene Schutzschalter das Kabel aus.
Das selbstlimitierende Heizband heizt auch noch bei positiven Temperaturen leicht. Es ist also auch hier zum Teil empfehlenswert, das Band bei positiven Temperaturen wieder auszuschalten, also einfach den Stecker zu ziehen oder automatisch über ein Thermostat abzuschalten. Ich persönlich benutze kein Thermostat sondern stecke die Bänder an meinen Palmen selbst ein, wenn es nötig ist. Wer ein Thermostat bevorzugt, kann auf spezielle wasserdichte und für den Außenbereich geeignete Industriethermostate zurückgreifen. Preise liegen hier um ca. 60 Euro. Da sich die Heizleistung selbst reguliert und bei höheren Außentemperaturen automatisch wieder abfällt, macht es aber auch nichts aus, wenn das Band einmal eingeschaltet bleiben sollte. Das Band wird dann nur minimal zuheizen und lediglich die Temperatur im Schutz aufrecht erhalten. Die Temperatur im Schutz kann also selbstständig über das Band reguliert werden. Dafür braucht es nicht zwingend ein Thermostat.
Leitlinie für die Anwendung:
Es gibt verschiedene Bänder auf dem Markt, die alle unterschiedlich abgestimmt sind. Hier ein Beispiel anhand eines Bandes, welches bei einer Umngebungstemperatur von 0 Grad eine Heizleistung von 18 Watt/m abgibt.
Ein gut isolierter zylindrischer Schutzbau mit 60 cm Durchmesser und 2,4m Höhe kann mit einem 6m langen Heizband bei einer Außentemperatur vom -10 Grad auf ca. 15 bis 20 Grad + gehalten werden. Ein gleichgroßer Schutz der nur mit Jute oder 2 Lagen Vlies umhüllt ist, kann bei -10 Grad Außentemperatur immernoch ohne Probleme frostfrei gehalten werden. Die Beheizung mittels eines selbsregulierenden Bandes ist also auch sehr gut geeignet um empfindliche Arten im Freiland unproblematisch zu überwintern.
Hier noch mal die wichtigsten Vorteile auf einem Blick:
- geringe, sehr verträgliche Oberflächentemp. - sehr gleichmäßige Wärmeabgabe, dadurch - optimale Wärmeverteilung im Schutz - sehr hohe Sicherheit, keine Überhitzung, kein Schmelzen - Wärme wird im Schutz selbständig reguliert - geringer Energieverbrauch, bzw. optimale Energieausnutzung - sehr guter Personenschutz, Fehlerschutz durch innenliegendes Schutzleitergeflecht
Nachteil:
- verhältnismäßig hoher Preis
technischer Hintergrund / Aufbau des Bandes:
Ein selbstregulierendes/selbstlimtierendes Heizband besteht aus zwei parallel geführten elektischen Innenleitern, die über ein temperaturabhängiges Widerstandsmedium auf ganzer Länge miteinander verbunden sind. Mit sinkender Temperatur, fällt auch der Widerstand des Mediums ab. In Folge kann zwischen beiden Leitern mehr Strom fließen und das Medium erhitzen. Umgekehrt bei steigender Temperatur. Um den Innaufbau herum befindet siche eine erste Isolationschicht, gefolgt von einem Schutzleitergeflecht und einer abschließenden Isolationshülle. Tritt also, egal an welcher Stelle des Bandes, ein Fehlerstrom auf, wird dieser über den Schutzleiter abgeleitet, bzw. der hauseigene FI Schutzschalter löst aus und trennt das Band vom Netz.
Noch kurz zu Themostaten:
Es gibt spezielle industrielle Thermostate, die auch für den Outdooreinsatz sehr gut geeignet sind und nur wenig mehr kosten als ein UT 200. Neben der Eigenschaft, dass diese die Schutzart IP65 aufweisen und damit staubdicht und strahlwassergeschützt ausgelegt sind, gibt es auch einen technischen Unterschied, der es für den Außeneinsatz besonders tauglich macht. Die Schalttemperatur ist über ein Drehrad ebenso einstellbar, funktioniert aber über einen simplen mechanischen Bimetallschalter. Dadurch ist es technisch sehr robust und unanfällig was Störungen oder Ausfälle anbelangt. Außerdem benötigt es keine eigene Energieversorgung (Batterie).
Wer noch Fragen hat, dem stehe ich gern zur Verfügung.
Hey Rene hier bin ich mir nicht sicher ob das hinhaut hast Du das mal gemessen ?
Ein gut isolierter zylindrischer Schutzbau mit 60 cm Durchmesser und 2,4m Höhe kann mit einem 6m langen Heizband bei einer Außentemperatur vom -10 Grad auf ca. 15 bis 20 Grad + gehalten werden. Ein gleichgroßer Schutz der nur mit Jute oder 2 Lagen Vlies umhüllt ist, kann bei -10 Grad Außentemperatur immernoch ohne Probleme frostfrei gehalten werden. Die Beheizung mittels eines selbsregulierenden Bandes ist also auch sehr gut geeignet um empfindliche Arten im Freiland unproblematisch zu überwintern.
Hab ich doch gern gemacht. Da man oftmals soviel falsches liest, dachte ich, es wäre mal sinnvoll für etwas Aufklärung zu sorgen.
Vielleicht noch mal kurz zur Ergänzung: Selbstlimtierendes Heizband ist nicht gleich selbstlimitierendes Heizband. Hier gibt es z.T. große Unterschiede, hauptsächlich was die Kennlinie der Heizleistung anbelangt. Wer nicht selbst testen möchte welches Band wohl am besten geeignet ist, kann sich einfach an mich wenden. Allen Anderen als Anhaltpunkt: Es ist wichtig die Kennline so zu wählen, dass das Band keine allzu große Heizleistung bei 0 Grad hat, im negativen Temperaturbereich aber deutlich ansteigt. Bänder die z.B. mit 36 Watt bei 10 Grad angegeben sind, sind denkbar ungeeignet. Besser sind z.B. Angaben wie 18 Watt bei 0 Grad oder 10Watt bei 5 Grad o.ä.. Diese Angaben geben aber auch nur einen Punkt der Kennlinie wieder. Wer es genau wissen möchte, sollte sich also gut informieren. Zu beachten ist auch, dass die Angabe der Heizleistung wenig mit der maximalen Oberflächentemperatur zu tun hat. Es gibt Bänder die praktisch nie über 45 Grad an der Öberfläche haben, es gibt aber auch Bänder die 85 Grad oder auch 120 Grad an der Oberfläche erzeugen können. Das liegt daran, dass die Bänder in sehr unterschiedlichen Bereichen ihren Einsatz finden. Daher gibt es eben auch sehr viele unterschiedliche Abstimmungen die den jeweiligen Ansprüchen gerecht werden.
@Palmen2009: Die Werte habe ich durch Messung ermittelt. Sie müssen sich aber keineswegs mit deinen Werten decken, da eine andere Kennlinie, bzw. ein anderes Band schon wieder völlig andere Ergebnisse hervorbringen kann.
Wenn Sie hier auf Links zu eBay klicken und einen Kauf tätigen, kann dies dazu führen, dass diese Website eine Provision erhält.
Moin Rene
3 Sachen zu deiner sonst super Erklärung. Selbstregulierende HK egal von wem verbrauchen immer Strom und das auch wenn sie nicht Heizen und nur Standby laufen. Also besser ist es diese Dinger über einen Temperaturregler zu steuern.
Das die UT´s Outdoor ein Risiko sind hab ich durch einen abgebrannten Citusschutz (Lupo-Folienbau) selber gelernt, zum Glück konnte die Feuerwehr den Brand löschen bevor er noch auf Wohngebäude übergegriffen hat. Ich verwende solche Thermostate:
Der Sensor lässt sich mit simplen Lautsprecherkabel getetet auf 50m simpel verlängern und gut in einem AP-Verteilerkasten verbauen. Das hat auch den Vorteil das man so seine Garteninstalation einzeln absichern Kann und Zusätzlich einen Personenschutzschalter einbaut. Stechdosen haben eh im Garten im Winter nicht unter Strom zu stehen. Und somit komm ich zum letzten Punkt. Außerdem hat das den Vorteil das man die Stromkreise einzeln mit 1 oder 2A Automaten absichern kann, das macht die Fehlersuche einfacher.
Wenn wir schon Strom im Garten brauchen, dann sollte der per Erdkabel im Erdreich verlegt sein. Wenn man da einmal am buddeln ist zu jeder Verteiklerstelle 5*1,5mm². Wenn man dann direkt das ganze in 2 Lehrrohre verlegt, eins fürs Erdkabel und eins für die Steuerung mit dem LS-Kabeln ist man auf der sicheren Seite. Dann ober den Leerrohren noch Bodenfliesen, am besten bilige Restposten können ja buntgemischt sein und mit Erde abdeckt sieht man nix mehr. Letzteres hat auch den Vorteil das man nicht mal zufällig mit dem Spaten in die Leitungen trifft.
Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
MfG
Jürgen
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
...ich habe bisher noch nie mit irgendwelchen heizkabeln gearbeitet... bis auf einmal mit lichterschlauch.... wobei ich dabei die erfahrung gemacht habe, dass selbst dieser für unsere art schutzbauten zu träge war und schnell fallende temps am abend nicht schnell genug ausgleichen konnte...das war für uns bisher der grund, warum wir diese methode nicht weiter verfolgt haben...
Hallo Jürgen, ich denke ich habe beschrieben, dass ein selbstregulierendes Band auch noch bei positiven Temperaturen leicht heizt. In Folge also auch noch Strom verbraucht. Es also sinnvoll ist, das Band, wenn man es auf Grund der Wetterlage nicht mehr braucht, vom Netz zu trennen (also Stecker raus) bzw. über einen Thermostat zu schalten.
Der Punkt ist doch aber, dass es auch nicht weiter schlimm ist, wenn das Band mal ein paar Tage bei wärmeren Wetter eingeschaltet bleibt. Durch die selbstlimitierende Eigenschaft regelt es sich ja selbst auf ein Minimum der Heizleistung zurück. Das geht bei einem normalen Heizkabel eben nicht. In einer solchen Situation würde das normale Heizkabel ohne geeignetes Thermostat oder mit einem fehlerhaften Thermostat leicht überhitzen oder es könnte im schlimmsten Fall sogar zum Brand kommen. Ebenso verhält es sich, wenn man die Temperatur im Schutz betrachtet. Ein selbstregulierendes Band ist in der Lage auch ohne Thermostat die Temperatur im Schutz zu regeln. Wenn es im Schutz an irgend einer Stelle zu warm wird, sinkt die Heizleistung an dieser Stelle automatisch ab. Kühlt es sich zu weit ab, steigt die Heizleistung wieder an. Die Temperatur im Innenraum regelt sich also völlig selbständig und wird so zudem sehr gleichmäßig gehalten. Dieser Effekt ist bei einem normalen Heizkabel nicht möglich, bzw. nur bedingt mit Thermostat möglich. Fällt dieses aus, oder hat es einen Fehler kann es dann eben gefährlich werden.
Technisch genau betrachtet gibt es bei einem selbstlimitierenden Heizband kein "Standby". Wenn das Kabel eingesteckt wurde heizt es auch, bei hohen Umgebungstemperaturen aber eben nur minimal, bzw. kaum wahrnehmbar. Man sollte das Band also natürlich nicht "den ganzen Sommer über" eingeschaltet und an der Palme lassen. Passieren würde zwar auch nichts. Aber es würde unnötig, wenn auch nur minmal, Strom verbrauchen.
Zu deinem Temperaturregler: Sicher eine Alternative zu einem UT 200. Jedoch handelt es sich dabei auch um eine elektronische Regelung und birgt eine entsprechende Fehleranfälligkeit. Ebenso nachteilig finde ich, dass es nicht für den Outdooreinsatz geeignet ist. Nach deinem Anwendungsvorschlag muss es das zwar auch nicht. Zu jedem Pflanzstandort ein Sensorkabel legen zu müssen, halte ich aber für zu aufwendig und birgt meiner Meinung nach auch wieder viel zu viele Fehlerquellen.
Lichtschläuche sind auch Murks, die Dinger werden punktuell zu heiß. Besser ist da eine einzelne Glühlampe, leider von der EU verboten, und eine Temperatursteuerung im Schutzbau. HK werd ich auch nur im Wurzelbereich einsetzen um Kahlfröste von den Wurzeln fernzuhalten.
MfG
Jürgen
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Hi Thomas, wenn du nicht beheizen musst bist du natürlich fein raus. :) Ansonsten reagiert so ein Band sehr schnell. Da gibt es auch keine Probleme bei schnell abfallenden Temperaturen. Es kommt aber natürlich auch darauf an wie gut du deine Pflanzen eingepackt hast. Alle die beheizen müssen, sollten meiner Meinung nach wenigstens einen 2-lagigen Schutz einplanen. So kann sich zwischen beiden Lagen ein isolierendes Luftpolster bilden und es geht wenig Energie verloren.
Mein Hinweis war ja nur beim HK oder Regenrinnenheizung selbstregulieren das keiner denkt "Ah es ist Warm HK verbraucht kein Strom". Dem ist eben nicht so.
Dein Einwand mit dem Temperaturregler, da geb ich dir Recht. Aber UT´s sind auch elektronisch und Bimetallkontakte konnen auch kleben/vebacken, gerade bei geringen Schaltzzüklen.
Zum Einwand Indoor, Imho gehört jede Steuerung Indoor zwecks Kontrolle. Übrigens die Sensoren der UT´s lassen sich auch verlängern, dort ist der selbe NTC verbaut.
MfG
Jürgen
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Zitat von Rene im Beitrag #13Hi Thomas, wenn du nicht beheizen musst bist du natürlich fein raus. :) Ansonsten reagiert so ein Band sehr schnell. Da gibt es auch keine Probleme bei schnell abfallenden Temperaturen. Es kommt aber natürlich auch darauf an wie gut du deine Pflanzen eingepackt hast. Alle die beheizen müssen, sollten meiner Meinung nach wenigstens einen 2-lagigen Schutz einplanen. So kann sich zwischen beiden Lagen ein isolierendes Luftpolster bilden und es geht wenig Energie verloren.
hi rene, in den letzten vier wintern sind auch wir hier im westen leider nicht drumrum gekommen, an wenigen tagen etwas zuheizen zu müssen. jedoch sind die nächte des zuheizens in diesen extremwintern trotzdem sehr überschaubar gering geblieben, so dass wir daher weniger auf gute isolationswerte sondern eher auf die überbrückung der wenigen nächte gelegt haben und die schutzmaßnahmen sehr simpel gehalten sind. nur bei extremtemps haben wir im notfall fix zwei lagen lupo zusätzlich drumgewickelt. als heizquelle haben wir mit grableuchten und heizlüfter über ut gesteuert bisher sehr gute erfahrungen gemacht. vor allem ist diese methode sehr schnell im temp-ausgleich. auch die laufzeit des lüfters ist nur sehr kurz. so läuft der lüfter je nach außentemperatur ca. alle 5-7 minuten je eine minute. somit schnelle reaktionszeit bei sehr überschaubaren energiekosten....