erschlagt mich, aber ich halte die Geschichte Auxine (und nichts anderes ist die Wirkung von Weidenwasser) würden Musas zu vermehrter Kindelbildung oder Strelitzien zu Megawurzlern mutieren für schlicht und einfach...Blödsinn. Ich überwintere meine Musa Basjoo seit Jahren im Keller und gieße jedes Jahr nach dem Auspflanzen mit einer Auxinlösung. Die bekommen zwar Kindl, aber in normalem Umfang. Da ist kein Wildwuchs, nur sie wurzeln geringfügig zügiger an. Und Strelis neigen immer zu starken Stelzwurzeln, völlig unabhängig von Auxin. Also hier schäumt die unbegründete Gerüchteküche. Nichts dergleichen passiert. Auxin, woher auch immer gewonnen macht nur eines: Wurzelwachstum aktivieren und fördern. Und bei zu hoher Dosierung: Pflanzentod weil Wurzelwachstum unterbunden.
Justin, leider nicht. Auch meine überwintert im Keller und wird jedes Jahr mit Auxin "geweckt". Keine Kindel. Ein Bezug zwischen Auxin und Kindl-Bildung besteht m.E. nicht und lässt sich auch nicht validieren.
Hmm jemand anderes der dieses Experiment mal machte hatte aber Erfolg kann mich nur leider nicht erinnern wer das genau war. Weidenwasser ist allerdings auch nicht so konzentriert vielleicht liegts daran.
justin, du hast warscheinlich claus willich im kopf... er köpfte seine maurellis bis ca. 10-15 cm über dem boden und behandelte sie damit... er erntete danach viele neue maurellis, die mittig aus dem geköpften stamm wuchsen...... ich denke... eine methode, wenn die maureliis nicht mehr zu bewegen sind...
Hallo Thomas, da ich diesen Bericht auch kenne: er hängt aber nicht unmittelbar mit der Wirkung von Auxin zusammen sondern weit mehr mit der Selbsterhaltung der Maurelii. Oft Kindeln diese wenn die Mutterpflanze vor dem Exitus steht (ich hoffe dies macht auch meine). Aber den Zusammenhang zwischen Auxin und Förderung der Kindl-Bildung stelle ich in Abrede. Widerspricht jeder mir bekannten Studie zu Auxin. Allenfalls mag es sein, dass Auxin in vereinzelten, günstigen Fällen die Kindl- Bildung unterstütz. Aber niemals unmittelbar Ursache ist.
ich bin jetzt allerdings auch sehr gespannt was unser Mitglied und bevorzugt nachtaktiver Moderator vom befreundeten Nachbarforum Palmen&co, Claus Willich dazu schreibt. Claus...das schreit nach deinem Kommentar.
Na ja, ich denke mal die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.
Über die Wirkung von Auxinen gibts ja leider bisher nicht sooo viele für uns Hobbygärtner nützliche wissenschaftliche Untersuchungen und so ist man ein bisschen auf eigene Experimente angewiesen - die allerdings leider auch den NAchteil haben in der Regel nicht wirklich eindeutige Ergebnisse zu liefern, da man als Hobbygärtner kaum in der Lage sein wird wirklich wissenschaftliche Methoden anzuwenden, allein schon weil die erforderliche Menge an Testkandidaten fehlt, man nicht für absolut gleiche Standortbedingungen sorgen kann u.v.m..
Also entscheidend bei der Wirkung von Auxin ist stets die Dosis. Dies liegt daran, dass Auxine sogenannte "Botenstoffe" sind. Auxine kommen in jeder Pflanze natürlich vor und sind dort an unzähligen Vorgängen beteiligt, wie z.B. eben Wurzelbildung, Blütenbildung, aber auch Ausrichtung der Blätter u.v.m.. Für uns von wesentlicher Bedeutung ist die Förderung des Wurzelwachstums. Und dazu gibts inzwischen für Palmen einige brauchbare Anhaltswerte was man mit unterschiedlichen Dosierungen erreichen kann. Gelten bestimmte Dosierungsanleitungen für Palmen, heißt das aber noch lange nicht, dass man diese Werte auch auf andere Pflanzenfamilien übertragen könnte. Das wird leider nicht funktionieren und da bleibt im Einzelfall nichts weiter als ausprobieren. Da ich in der Vergangenheit oft mit Auxin experimentiert habe, weiß ich inzwischen auch, dass man z.B. die Blütenbildung von Citrussen beeinflussen kann. Bei Musas ist meine Erfahrung bisher, dass Basjoos bei einer minimalen Auxingabe (1ml / 10lWasser) besonders kräftige Rhizome bilden. Kräftige Rhizome bedeuten in der Folge dann auch vermehrte Kindelbildung, allerdings sicher nicht in dem Umfang wie sich einige das scheinbar vorstellen. Bei meinen Enseten habe ich ebenfalls Tests mit Auxin gemacht und dabei habe ich festgestellt, dass sich die Kindelbildung mit Auxin in etwa verdoppeln läßt. Dies betrifft aber nur Enseten die sowieso wegen eines Schadens kindeln. Gießt man eine gesunde Ensete mit Auxin passiert absolut gar nichts. Sehr interessant war in diesem Zusammenhang ein anderer Versuch, in dem ich einer gesunden Maurelii fast unverdünnte Auxinlösung direkt ins Rhizom spritzte. Diese gesunde Maurelii fing daraufhin sogar während des Winters an zu kindeln - eine Begleiterscheinung war allerdings, dass der vorher gesunde Hauptstamm verkrüppelte. Insgesamt ist mein Eindruck, dass Auxin auf gesunde Maureliis kaum Einfluss hat. Erst wenn die Kindelbildung sowieso wegen eines Schadens ausgelöst wurde, läßt sie sich mit Auxin verstärken. Was meinen Versuch mit der Spritze angeht, denke ich, dass auch hier die Verletzung des Rhizomgewebes eine Rolle bei der Kindelbildung gespielt hat, die dann durch das Auxin allerdings unterstützt wurde. Na ja, genaues weiß man nicht und so bleibt noch viel zu probieren. Eines sollte man bei all den Versuchen allerdings bedenken, nämlich, dass diese Versuche auch schief gehen können. Auf jeden FAll sollte man stets mit minimalen Auxingaben beginnen - denn eine zu hohe Dosis kann sehr leicht jegliches WAchstum für lange Zeit zum Erliegen bringen, schlimmstenfalls geht die Pflanze sogar ein - ist mir auch schon passiert.
Ach ja, bei Strelitzien käme ich nie auf die Idee Auxin zu verwenden, denn die sind ja sowieso schon wahre Wurzelmonster und bei denen ist es ja bekanntlich so, dass die solange sie mit Wurzelwachstum beschäftigt sind nicht zur Blüte kommen. Also absolut kontraproduktiv! Das gleiche gilt übrigens auch für viele andere Blühpflanzen wie z.B. auch Agapanthus... Gießt man die mit Auxin bekommt man kaum noch Blüten zu sehen...
hallo claus, schön, dass du so zeitnah auf die "lock"-rufe geantwortet hast... du hattest doch auch mal den stamm einer deiner größeren maurellis fast bis unten hin gekappt und anschließend mit auxinlösung behandelt...und hattest doch gute kindelerfahrungen damit gemacht... gibt es bei dir vergleiche dazu ohne auxin???
Zitat von Claus/Willich im Beitrag #41Ach ja, bei Strelitzien käme ich nie auf die Idee Auxin zu verwenden, denn die sind ja sowieso schon wahre Wurzelmonster und bei denen ist es ja bekanntlich so, dass die solange sie mit Wurzelwachstum beschäftigt sind nicht zur Blüte kommen. Also absolut kontraproduktiv! Das gleiche gilt übrigens auch für viele andere Blühpflanzen wie z.B. auch Agapanthus... Gießt man die mit Auxin bekommt man kaum noch Blüten zu sehen...
Grüße Claus
Moin Claus
Da schreibst Du wahre Worte, ich hab mal eiene Strelie Outdoor im Erntekorb aus Kunstoff in die Erde gesetzt. Der Schuss ging aber nach hinten los. Überirdisch baute sie extrem ab, aber beim ausbuddeln vor dem Winter war ich über die Wurzelgröße entsetzt. Am Ansatz zwischen Wurzel und Blätter hatte die Wurzel armstärke von der Dicke und das bei etwa 20cm Blättchen die sie neu gebildet hat. Da mit Weidenwasser drann ist tödlich.
MfG
Jürgen
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
ja, meine Erfahrung, dass sich die Kindelbildung mit Auxin in etwa verdoppeln läßt beruht auf Versuche mit abgesägten Maureliis mit und ohne Auxin. Die Dosierung spielt dabei auch eine Rolle. Ohne Auxin habe ich bei Maureliis mit etwa 20cm Stammdurchmesser im Schnitt 20-30 Kindel. Mit Auxin liegt der Schnitt bei gleichem Stammdurchmesser bei 50-60 Kindel. Mein Rekord liegt bei 100 Kindeln.